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Die zweigeteilte Frau
Am Anfang steht eine falsche Fährte: Die hypnotische Autofahrt durch eine rötlich eingefärbte Landschaft zu leidenschaftlichen Klängen von Puccini erweist sich schnell als genüssliche Spielerei eines alten Kino-Fuchses. Claude Chabrol verweist uns auf die Künstlichkeit des Mediums, dessen Tricks er seit gut 50 Jahren aus dem Effeff beherrscht, ehe er ein weiteres Mal kühl Schein und Sein im großbürgerlichen Milieu der französischen Gesellschaft ins Visier nimmt.
Mit erstaunlicher Konstanz dreht der Bonvivant des europäischen Kinos wenig schmeichelhafte Porträts seiner eigenen sozialen Schicht. Mit einer vorzüglichen Auswahl versierter Darsteller gelingt es Chabrol („Süßes Gift“, „Biester“), seinem Lieblingsthema auch in seinem neuen Thriller neue Facetten und Schattierungen zu verleihen. Er greift einen bereits 1955 von Richard Fleischer als „Das Mädchen auf der Samtschaukel“ verfilmten Kriminalfall auf und überträgt die Handlung in seine Welt. Mit seinem durchaus wörtlich zu nehmenden Titel ist „Die zweigeteilte Frau“ ein gewohnt pessimistisches Abbild menschlicher Schwächen gespickt mit ironischen Details und gesellschaftskritischen Untertönen.
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